Neubau MFH Basel
Wohnungsentwurf — unkonventionell
Projektdaten
Die 1/3 Regel der Loggien erlaubten bei dieser Gebäudelänge keinen nutzbaren Raum zu schaffen. Der unkonventionelle Weg, die Wand schräg nach aussen zu setzen schaffte neben einem gut möbilierbaren Raum noch eine Raumerlebnis der Weite.
Links: 4 m × 1,5 m — vorschriftskonform, aber nicht möblierbar. Rechts: Gleiche Fläche, schräg nach Aussen erweitert — räumliche Weite trotz kleinerem Grundriss.
Der rechtwinklige Entwurf
3 Meter breit, 1,5 Meter tief
Die Bauvorschriften erlaubten Loggien auf der Südseite — insgesamt 3 m breit und 1,5 m tief. Ein rechtwinkliger Vorbau in diesen Dimensionen schafft keinen gut möblierbaren Wohnraum.
Hinzu kam die Vorschrift, dass der Vorbau 45 Grad von der Grenze zurückspringen muss. Im rechtwinkligen Entwurf bedeutet das: wenig Fläche, wenig Raumwirkung, kaum Mehrwert.
Der schräge Entwurf
Nicht kubisch, sondern schräg
Der Umstand, dass der Vorbau 45 Grad von der Grenze zurückspringen muss, wurde nicht als Einschränkung gelesen — sondern als Entwurfsanlass. Der Wohnraum wurde schräg nach Aussen erweitert.
Die unkonventionellen Winkel schaffen eine räumliche Weite, die sich — obwohl nach Quadratmetern kleiner — über die Loggia erweitert. Der rechtwinklige Entwurf schafft dies nicht.
Auch in den Wohnungen ohne Loggia schafft eine leichte Schräge ein weiteres Raumgefühl.
Einbaumöbel und Schiebetüren
Die Schräge wird zum Möbel
Die ungewöhnliche Raumarchitektur wird mit individuellen Einbaumöbeln für Küche und Flur unterstrichen. Raumhohe Schiebetüren aus Holzwerkstoffen folgen der Geometrie und machen die Schräge zum Gestaltungselement.
Was als Einschränkung durch die Bauvorschrift begann, wird zum Alleinstellungsmerkmal jeder Wohnung: Kein Grundriss gleicht dem anderen. Jeder Raum hat Charakter.